Schwein schlachten, Hausschlachtung, Erfahrungen, Bilder

Schwein schlachten. Das hat mein Vater gemacht. Der ist Metzger oder Fleischer, wie man das heute nennt. Der kann froh sein, dass er 4 Söhne und 2 Töchter hat, die er zum Schlachten der Schweine einspannen konnte. Morgen um 4 Uhr gehts los.

Schwein schlachten, Hausschlachtungen

Morgen früh um 4 Uhr, das sagte mein Vater zu uns, wenn schon alle Vorbereitungen für die Hausschlachtungen getroffen waren zu meiner Mutter und uns Kindern. Wenn wir vor hatten gleich 3 Schweine bei der Hausschlachtung zu verwursteln, dann holte der sich auch mal einen Arbeitskollegen dazu, der auch in einer Filiale von einem Supermarkt in der Metzgerei so wie mein Vater und meine Mutter gearbeitet hat.

Schwein schlachten, Geräte, Zubehör, Wurstmaschinen: Grob gesagt braucht man zum Schweine schlachten eine ganze Palette an Geräte und Zubehör. Das fängt bei den Messern an. Die Messer bei einer Schlachtung, die müssen so scharf sein, dass man damit ein Blatt Zeitung schneiden kann, wo man die Seite mit der einen Hand hält und mit der Messer führenden Hand die Zeitung schneidet.

Oder anders gesagt, die Messer zum schlachten der Schweine müssen so scharf sein, dass man sich damit rasieren kann. Mein Vater hat das dann an seinem Unterarm einfach getestet. Und manches der Schlachtermesser, da hatte die Klinge eine Breite von etwa 5cm und eine Länge von etwa 35 Zentimeter. Da mussten alleine schon vor der Schlachtung die Schlachtermesser tagelang geschliffen werden, was wir, mein Vater und ich, selbst gemacht haben. Deshalb hätte aus mir auch beinahe ein richtiger Scherenschleifer werden können.

Der Schussbolzen Apparat oder das Bolzenschussgerät: Was für ein Bolzen mit einem Durchmesser von etwa einen Zentimeter. Das Bolzenschussgerät, das mussten wir vor den Hausschlachtungen testen. Dazu nahmen wir eine Baubohle, das ist ein Holzbrett, dass etwa 5cm dick ist. Das Bolzenschussgerät hat bei dem Test dieses 5cm dickes Holzstück mühelos mit dem Bolzen durchschlagen. Wenn man da das Bolzenschussgerät nicht richtig am Kopf von dem Schwein ansetzt, so mein Vater, dann rutscht man beim Auslösen womöglich ab und verletzt das Tier oder sich selbst.

Deshalb muss man sich bei der Schlachtung, wenn die anderen Schweine im Stall das alles mit bekommen und lauthals schreien, versuchen die Sau zu beruhigen, damit sich mein Vater so hinstellen kann, dass das Bolzenschussgerät seine Wirkung auf das Schweinehirn nicht verfehlen kann.

Der Strick: Da hat man an einer Wand neben der Scheune eine Öse aus Eisen. Daran wird der Strick befestigt, der am anderen Ende mit dem Haxen vom Schwein verbunden ist. Und wie kann man den Strick an den Haxen am Hinterschinken von dem Schwein befestigen? Das will ich Ihnen hier auch sagen.

Dazu muss Papa in den Schweinestall gehen wo auch all die anderen Schweine drin sind. Der hat sich ja schon vorher genau überlegt, welche Schweine bei der heutigen Hausschlachtung geschlachtet werden sollen. Und das ist seine erste Arbeit, wenn es früh morgens mit der Schlachtung los geht. Das Schwein muss eingefangen werden. Das geschieht im Schweinestall. Dazu macht sich Papa eine Schlinge am Strick wo sich am anderen Ende eine Schlaufe befindet. Die Schlinge legt er vor das Hinterbein von dem Schwein und beim nächsten tritt, tappt die auch rein. Da wird der Strick mit der Hand angezogen und das Schwein ist gefangen. Ganz einfach.

Dann zerrt der mit roher Gewalt das Schwein aus dem Stall raus in Richtung von der Öse in der Wand neben der Scheune. Dort wird das Schwein angebunden. Nun hat es an der kurzen Leine die nächsten 10 Minuten Zeit sich zu beruhigen.

In der Zwischenzeit wurden schon die großen Schlachtkessel mit Wasser befüllt, das zum kochen gebracht wurde. Die einzelnen Arbeitsschritte bei der Hausschlachtung, die müssen gut geplant und organisiert sein. Besser wäre da Papa würde das schreiben, damit ich auch nichts vergesse. Da hatten wir mal ein Schwein, das hatte ein Gewicht von mehr als 100 Kilogramm. Und das Schwein, das lässt sich das ja auch nicht so einfach gefallen, das Gezerre mit dem Strick am Schweinsfuß. So ein Tier, wenn da mal ein böses dabei ist, das kann auch beißen. Das habe ich mir jetzt mal aufgelegt, Hintergrundmusik zur Inspiration. Da gibt es nämlich so ein Lied, das handelt vom Schweine schlachten.

Gib ihm den Elektroschock wird da in dem Lied unter anderem gesungen und weiteres über das Thema Schweine schlachten. In den Schlachtereien, wo die Metzger beinahe schon Kettenhemden an haben, da werden die Schweine mit Elektro anstatt mit dem Bolzenschussgerät geschlachtet, am Rand bemerkt.

Und dann geht es los. Mein Vater stellt sich über das Schwein, sodass er es zwischen seinen Beinen fixieren kann. Dabei trägt er schon eine lange weiße Lederschürze. Er wartet ein paar Sekunden und setzt das Bolzenschussgerät an den Kopf von dem Schwein an. Wenn das Tier ruhig hält, dann drückt er ab und das Schwein sackt leblos zusammen. Es ist bewusstlos und kann weiter geschlachtet werden. Nun muss man das Blut aus dem Schwein raus. Und das ginge nicht, wenn das Schwein schon ganz tot wäre. Das Blut muss pulsieren, damit es beim Schnitt am Schweinehals in die Schüssel laufen kann. Das Schweineblut wird für die Blutwurst gebraucht und deshalb aufgefangen. Das Schwein lebt solange weiter, bis alles Blut raus pulsiert ist. Und in dieser Zeitspanne, die ungefähr 15 Minuten dauern kann, da schlägt das Schwein mit dem Haxen so lange aus, wie der Puls vom bewusstlosen Schwein schlägt. Und deshalb muss ich da mit meiner Faust fest auf das Gelenk von dem Haxen drücken, damit da nichts passieren kann. Da steckt ganz schön viel Kraft in dem Schwein, auch noch wenn es schon bewusstlos ist. Da kann ein Schlag von dem Schweinshaxen auch einen Menschenknochen brechen, wenn man da nicht aufpasst.

Wenn das Schwein ausgeblutet ist, dann wird es in die Mulde gelegt. Unsere Mulde. die ist etwa 4 Meter lang und aus Stahlblech. Die Schlachtmulde kann man bewegen, das heißt, die lässt sich schaukeln, wenn man die Haltebolzen löst. Man dreht die Mulde mit der Öffnung auf die Seite und bugsiert das Schwein hinein. Man muss die Schweineborsten entfernen, das steht als nächstes an.

Schweineborsten entfernen

Das tote Schwein liegt in der Mulde. Nun braucht man Eimer aus Aluminium, wo man das kochend heiße Wasser über das tote Schwein schütten kann. Dazu verwendet man ein Pulver, das man über die Borsten von dem Schwein verteilt, das hilft die Haare zu lösen. Nun hat jeder Helfer einen Schaber in der Hand, an dessen einem Ende ein Hacken zu sehen ist. Mit dem Hacken reißt man an den Schweinsfüßen die Hornkappen der Zehen vom Schwein weg.

Mit dem Schaber, der aussieht wie eine umgedrehte Eiswaffel schabt man die Schweineborsten mit Hilfe von dem kochenden Wasser und dem Pulver ab. Wenn man das Tier wenden will, dann macht man das mit einer Kette, die man vorher über die Mulde gelegt hatte.

In der Scheune an einem Balken da hatten wir am Vorabend schon einen Flaschenzug befestigt. An dem Flaschenzug hängt ein waagerechter Balken an dessen beiden Enden wiederum Fleischerhaken befestigt sind. Wenn alle Schweineborsten entfernt sind, dann spreizt man am Schwein die Hinterbeine. Die Sehnen an den Läufen werden aufgeschnitten, wo man die Fleischerhaken von dem Flaschenzug befestigt. Dann zieht man das Schwein mit dem Kopf nach unten hoch.

Mit einem scharfen Fleischermesser wird dann das tote Schwein am Bauch geöffnet und die Innereien sowie die Därme entfernt. Das wird nicht weg geschmissen, weil man das noch für die Wurst braucht. Mit einer Art Metzgerbeil trennt mein Vater dann das gesäuberte Schwein in zwei Hälften durch. Dann wird das Schwein fachgerecht nach den Fleischstücken zerlegt, je nachdem ob man mehr Schnitzel, Koteletts, Schinken oder Wurst haben will. Wir haben da ein Schlachthaus daheim, wo man diese Arbeiten dann bewerkstelligen kann. Zwei Räuchereien oder besser gesagt zwei Öfen, wo man das macht. Einen fahrbaren und einen noch richtig im Kamin eingebaut, wo auch der Wurstkessel ist, mit dem wir auch die Kartoffeln für die Fütterung der Schweine kochen. An diesem Schlachttag da brennt der Kessel für das viele kochende Wasser, dass man bei den Hausschlachtungen braucht.

Nach der Hausschlachtung, die oft den ganzen Tag gedauert hat, ist die Arbeit ja noch nicht erledigt. Was glauben Sie denn, wie lange das dann noch dauert bis das Schlachthaus wieder von dem ganzen Schweinefett gereinigt ist. Da braucht man auch wieder sehr viel kochendes Wasser, viel Reinigungsmittel, Muskeln und Schrubber.

Die anderen Geräte und Zubehör was man beim Schwein schlachten alles braucht, das erkläre ich Ihnen zum Thema Wurst oder Fleisch machen und wie man da am besten vorgeht.

Haben Sie mal Dosenwurst gemacht, ich schon. Mein Vater, das der da keine Skrupel kennt mit seinen Händen in den Aluminium-Eimer zu greifen, wo die Schweinedärme ausgespült werden müssen, das erstaunt mich immer wieder.

Auf die Frage: wann schlachtet man ein Schwein muss ich als Konsument antworten - dann wenn es Schlachtreif ist, das heißt nicht zu mager und auch nicht zu Fett sollte das Schwein bei der Schlachtung sein.

Auf den Geschmack vom Schweinefleisch kommt es an wann ein Schweine geschlachtet werden sollen: Ist das Schwein bei der Schlachtung zu Fett - dann schmecken auch die Schnitzel stark nach Schweinefett wenn die gebraten auf dem Teller liegen, manche würden sagen das ist saftig, aber ich finde das nicht gut, das erkennt man dann auch an den Leberwürsten wenn sich da in der Wurst pelle oder der Dosenwurst am Deckel der weiße Schmalz an sammelt. Von purem fett wird man auch Fett, hilft nicht beim Abnehmen eigener Erfahrungsbericht!

Am besten man schlachtet vom Termin her betrachtet ein Schwein in den Monaten wo es kälter ist. Die Schweinezüchter wissen das auch sodass die Ferkel die in Deutschland im Frühling zum Verkauf angeboten werden bis dahin nach etwa 6 Monaten Aufzucht das nötige Schlachtgewicht haben. Es kommt aber auch darauf an mit welchem Futter die Schweine groß gezogen werden, wie lange das dauert. Ich hoffe die Frage so richtig beantwortet zu haben. Bei uns kam immer einer mit einem VW-Bus mit Pritsche auf denen der Händler die jungen Ferkel angeboten hatte. Die sind dann ja noch süß :-)

Wenn ein Schwein bei der Schlachtung mehr als 200 Kg auf die Waage bringt, dann wäre mir das vom Fleischgeschmack her betrachtet schon zu fettig, ich denke besser wäre ein Schlachtgewicht von etwa 170 - 180 Kg, da frage ich aber lieber erst nochmal Papa. Wenn man das Schwein lebend nicht wiegen kann dann schaut man mal genauer hin wie das Schwein geformt ist, das ist wie bei uns Menschen auch - wenn der Bauch fetter wird dann ist das nicht so gut und das sieht man auch leicht.